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Elke
Loewe hat einen Roman geschrieben über Menschen die "ständig
Ordnung in ihrem Garten" schaffen. "Die Rosenbowle",
so der Titel des Buches, kommt daher wie eine Persiflage auf die
Landhaus-Krimis à la Agatha Christie, nur dass die Autorin
die Handlung von der englischen in die norddeutsche Provinz verlegt
- in "Erlkönigs Land".
Die Münchnerin Valerie Bloom fährt zu ihrer Tante Roberta
"Robbie" Bloom nach Augustenfleth an der Elbmündung,
um sechs Wochen der Tante Bauernkate einzuhüten. Die Zeit in
der provinziellen Abgeschiedenheit möchte Valerie zum Schreiben
nutzen: Ein Reiseroman steht der jungen, liebeskummrigen Frau im
Sinn, mit dem sie sich nicht nur ihren Ex-Lover Tom "aus dem
Herzen schreiben" will, sondern sie strebt nach Größerem:
"Sie müsste natürlich auch das Telefon abstellen, nichts sollte ihre Konzentration stören, und nach sechs Wochen in Tante Robbies Bauernkate hinter dem Deich würde sie mit vollen Dateien nach München zurückkehren und sich erheben aus dem Meer der Namenlosen."
Doch der Konzentration aufs Literarische wird gleich bei der Ankunft in Augustenfleth ein abruptes Ende gesetzt: Tante Robbie sitzt mausetot im Sessel ihres Gartenhauses. Neben der Leiche entdeckt Valerie drei benutzte Gläschen, die mysteriöserweise später verschwinden. Zunächst verzagt und ängstlich, dann - nach einem kurzen Abstecher zurück nach München - zunehmend beherzter, beginnt Valerie Fragen zu stellen und dringt immer tiefer ein in die bizarre Gemeinschaft und Geschichte der Augustenflether. Tante Robbies vermeintlich harmloses Hobby - das Sammeln und Züchten der Rosen-Sorten, die Karl der Große in seiner Capitulare im 9. Jahrhundert erwähnte - kristallisiert sich bald als eine Betätigung heraus, die tödliche Begehrlichkeiten weckt.
Elke Loewe,
die bisher vornehmlich fürs Fernsehen arbeitete, hat ihr Romandebüt
mit feiner Feder absolviert; sie schreibt auf gutem Niveau und hat
stilistischen Witz. Auch ihre Hauptfigur gewinnt unsere distanzierte
Sympathie. Der Roman allerdings ist nicht mehr als ein Gesellenstück,
denn Loewes Material ist schlicht zu dünn. Olle closed community
mysteries will niemand mehr lesen, auch nicht in persiflierter Form.
Mehr Stoff, etwas frecher und beherzt ans nächste Werk - dann
geht auch Elke Loewe nicht unter im "Meer der Namenlosen".
Vom Besuch norddeutscher Gasthäuser raten wir ab: Valerie und
ihr Begleiter bestellen in der örtlichen Pinte "Matjes
mit Bratkartoffeln (...) und einen kleinen Salat". Ein paar
Absätze weiter serviert die flinke Bedienung "Bratkartoffeln
und Krabben mit Rührei und Schwarzbrot und Butter". Naja.
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